Nordhessen

Sprachunterricht und Hospitation im Betrieb

Wir möchten Flüchtlinge dabei unterstützen, sich erfolgreich in unserer Gesellschaft zu integrieren. Dabei legen wir den Schwerpunkt auf das Erlernen der deutschen Sprache und einen ersten Einstieg ins Arbeitsleben.

Wir konzentrieren uns auf den Umkreis unseres Unternehmensstammsitzes in Nordhessen. Unser Programm ist langfristig angelegt: Momentan nehmen die ersten Flüchtlinge teil und wir planen in Zukunft Schritt für Schritt weitere Flüchtlinge aufzunehmen.

Unser Integrationsprogramm besteht aus Sprachunterricht, den wir organisieren und finanzieren, sowie einer Hospitation im Betrieb als Einstieg in unsere Unternehmensabläufe. Über Praktika und weitergehende Ausbildung soll dann nach Möglichkeit der Einstieg ins Unternehmen erfolgen.

Außerdem unterstützen wir die Renovierung und Ausstattung des Flüchtlingsheims in Battenberg. Die ersten Erfahrungen sind sehr positiv. Die Flüchtlinge sind überaus motiviert und unsere Mitarbeiter engagieren sich mit großem Einsatz bei der Betreuung. Insgesamt sehen wir in unserer Region sowohl bei den Menschen als auch bei den Unternehmen eine hohe Bereitschaft, die Menschen, die zu uns kommen, zu unterstützen und möglichst schnell zu integrieren. Unser Programm werden wir Schritt für Schritt weiterführen. Dabei ist es uns vor allem wichtig, dass das Engagement nachhaltig ist. Wir möchten, dass die Flüchtlinge sich möglichst bald nicht mehr als Flüchtlinge sehen, sondern als fest integrierter Teil unserer Gesellschaft, als Mitbürger, die am Leben in Gesellschaft und Unternehmen aktiv teilnehmen.

Positive Erfahrungen mit neuer Ausbildungsform

Qualifizierungsprogramm Fachkraft Fertigung (QFF) endet im August

Fünf Flüchtlinge nehmen zurzeit am erstmalig durchgeführten siebenmonatigen QFF-Programm in Allendorf (Eder) teil. Die Flüchtlinge hatten vorher schon im Rahmen einer Hospitation im November/Dezember vergangenen Jahres im Technischen Ausbildungszentrum am Unternehmensstammsitz erste Einblicke in den Betrieb erhalten.

Das QFF-Programm hat das Ziel, durch Angebot einer Qualifizierungsmöglichkeit "unterhalb" der dualen Ausbildung Fachkräfte für die Fertigung zu gewinnen und zu entwickeln. Es besteht aus bis zu vier Modulen, die aus den Ausbildungsrahmenplänen von zwei Ausbildungsberufen (Maschinen- und Anlagenführer sowie Fertigungsmechaniker) herausgezogen wurden und nach erfolgreichem Abschluss mit einem IHK-Zertifikat testiert werden können. Die Module umfassen folgende Inhalte:

  • branchenspezifische Fertigungskenntnisse
  • Einrichten und Bedienen von Produktionsanlagen
  • Warten und Inspizieren von Maschinen und Anlagen
  • Grundfertigkeiten des Schweißens und Fügens.

Das Zertifikat kann beim Absolvieren einer entsprechenden Berufsausbildung anerkannt werden.

Das QFF-Programm der Flüchtlinge läuft seit März und endet im August. Es startete im technischen Ausbildungszentrum mit Lehrgängen zu Fertigungstechniken, Anlagenbedienung und -im Schwerpunkt- zur Schweißtechnik. Seit Ende April sind die QFF-Teilnehmer zur praktischen Qualifizierung in der Brenner- und Wärmetauscherfertigung eingesetzt. Begleitet wird das QFF-Programm durch einen Deutschkurs, der täglich von 16.30 bis 18.45 Uhr stattfindet, stundenweise ist auch ein Dolmetscher im Einsatz.

Die Rückmeldungen der Betreuer zu den QFF-Praktikanten sind überwiegend positiv. Über die Eignung für einen Einsatz in den Fertigungsbereichen nach Abschluss des QFF muss noch entschieden werden.

„Die Integration der vielen Flüchtlinge, die momentan in unser Land kommen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Unternehmen sind hier in besonderem Maße gefordert und sollten diese Herausforderung nicht nur aus ihrer moralischen Verantwortung heraus annehmen, sondern auch als Chance begreifen. Denn wenn uns gemeinsam eine erfolgreiche Integration gelingt, wird das nicht nur den Menschen zugutekommen, die unsere Hilfe benötigen. Auch unser Land kann insgesamt profitieren, besonders vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und eines zunehmenden Fachkräftemangels.“
Prof. Dr. Martin Viessmann CEO und Präsident der Verwaltungsrates, Viessmann Werke GmbH & Co. KG
Unser Patenschaftsversprechen (PDF, 594 kB)