Chemnitz

Kollegen werden Paten - für Beruf und Alltag

Das Terrot-Patenprogramm steht für nachhaltige Integration – nicht nur von Flüchtlingen: Jedem Neuankömmling steht zur Begleitung bei den ersten Schritten im neuen Beruf und gesellschaftlichen Alltag ein Mitarbeiter zur Seite.

Terrot ist der älteste Rundstrickmaschinenhersteller und fertigt seine Maschinen am Standort Chemnitz mit weltweit 310 Mitarbeitern. Mit mehr als 50 Handelsvertretungen und drei ausländischen Tochtergesellschaften ist Terrot in mehr als 100 Ländern vertreten und dadurch permanent mit anderen Kulturen in Berührung. Unser Unternehmen ist davon überzeugt, dass dem Flüchtlingsthema nur mit nachhaltiger wirtschaftlicher und sozialer Integration begegnet werden kann. Da Syrien als traditionsreiches Textilland bekannt ist, keimten Gedanke und Hoffnung, unter den syrischen Flüchtlingen geeignetes Fachpersonal zu finden. Mit einigen Mühen konnte schließlich im Februar 2016 Qutaiba Jarkas ausfindig gemacht werden. Der 28-jährige diplomierte Textilingenieur aus Damaskus absolviert bei Terrot zunächst ein 3-monatiges Praktikum. Wir sind dabei, weitere Flüchtlinge und damit potenzielle Arbeitnehmer zu finden und auf diesem Wege Chancen zu offerieren.

Für den schnellen beruflichen und sozialen Anschluss Qutaibas ist unser kürzlich ins Leben gerufene Patenkonzept ideal: Neuankömmlinge – gleich welcher Herkunft und Hierarchieebene – bekommen einen Kollegen zur Seite gestellt, der nicht nur erster Ansprechpartner in dienstlichen Belangen ist, sondern auch bei Fragen und Problemlösungen außerhalb des Unternehmens weiterhilft. Die Paten leisten Hilfe zur Selbsthilfe und stimmt die Chemie, können sich durchaus Freundschaften entwickeln.

Tom Pillgrimm, Mitarbeiter unserer IT-Abteilung willigte sofort ein, die Patenschaft für Qutaiba zu übernehmen und sieht dabei vor allem einen gegenseitigen Nutzen: “Qutaiba kennt sich mit unseren Maschinen tausendmal besser aus und ich will schon lange wissen, wie das Rundstricken so richtig funktioniert. Das wird er mir demnächst einfach zeigen.” Die beiden sind etwa im gleichen Alter und planen schon gemeinsame Unternehmungen – Essen gehen, ein Museumsbesuch und Tom will Qutaiba dabei helfen, einen Verein zu finden, in dem er endlich wieder seinem Hobby nachgehen kann: Fußball spielen.

„Nur durch menschlichen Kontakt und Offenheit in der Begegnung können meiner Meinung nach echte Bindungen entstehen, die wiederum zum emotionalen Wohlbefinden beitragen und zum Bleiben bewegen. Mit diesem Leitbild als Grundlage unseres Handelns wollen wir Menschen eine neue Heimat geben.“
Andreas von Bismarck Geschäftsführer, Terrot GmbH
Unser Patenschaftsversprechen (PDF, 43 Kb)